Isla de Coco
Weitab der großen Schifffahrtsrouten im Pazifik, 535 km vor der Küste Costa Ricas und auf halbem Wege zu den Galápagos- Inseln, liegt die legendäre Kokosinsel.
Die einzige Insel im Ostpazifik, die von einem tropischen Regenwald beherrscht wird. Es wurden auf den nur 24 Quadratkilometern insgesamt 235 verschiedene Pflanzentypen bestimmt- Wahnsinn.
Schon immer gehört das Archipelago Los Cocos zu Costa Rica. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, sie zu besiedeln, gab es Pläne, aus ihr eine Gefängnisinsel zu machen. Doch die Regierung entschied sich trotz mangelnder Plätze dagegen und die Insel wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Jahre 1997 wurde die Insel von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden.
Aber die Isla de Coco wurde trotzdem besiedelt. Nicht von Menschen, aber die Piraten, die vor über 300 Jahren ihr Unwesen im Pazifik getrieben haben, sind für eine weitere Untat verantwortlich. Sie haben damals Schweine, Katzen, Wild und Ratten auf der Insel eingeführt. Dies führt heute zu dramatischen Problemen. Die nicht nativen Tiere haben sich stark verbreitet und zerstören die Biodiversität der Insel.
Auf der Isla de Coco gibt es unzählige kleine Wasserfälle, die sich auf der gerade mal 26 m² großen, dicht bewachsenen Vulkaninsel ergießen. Der berühmte Meeresforscher Jacques Cousteau sagte einmal: "Von allen Inseln der Welt, die ich besucht habe, ist die Kokosinsel die schönste."
Aufgrund großzügiger Süßwasserreserven war die Insel seit dem späten 17. Jhdt. ein beliebtes Versteck für Seeräuber. Sie soll Robert Stevenson als Vorlage für den Roman "Die Schatzinsel" gedient haben. Mindestens 3 wertvolle Piratenschätze werden hier noch immer vermutet, Schatzsucher verirren sich immer wieder als Höhlenforscher getarnt auf die Insel.
Das Tauchrevier der Isla de Coco gilt als das beste von Costa Rica und eines der aufregendsten der Welt. Wo sonst taucht man inmitten von Schwärmen von Hammerhaien? Einen Haikäfig braucht man für dieses Abenteuer angeblich nicht, denn bei Tageslicht gelten die bis zu 5 m. langen Raubfische als für Menschen ungefährlich.
Überraschend ist die Anzahl der Haie, die damit ein äusserst positives Bild des Ökosystems aufzeigt. Hinzu kommt die vielfältige und reichhaltige submarine Flora und Fauna vor der Isla de Coco, in der man über 1.400 Tier- und Pflanzenarten gezählt hat. Somit gehören die Gewässer um die Insel zu den saubersten auf der Erde. Die Wissenschaft misst die Reinheit eines Gewässers nach der Dichte/ qkm von großen Raubfsichen wie Haien. Es gibt auch eine große Anzahl von Kleinfischen, Quallenarten, Korallen und Mikroorganismen.
Eine Reise zur "Schatzinsel" ist aber nicht nur Unterwasserforschern zu empfohlen. Auch Urlauber, die sich für die Piratengeschichten interessieren und unter einsamen Wasserfällen baden wollen, dabei aber steile Aufstiege nicht scheuen, sind hier richtig.

